Wenn der Darm erkrankt

Damit aus unseren Mahlzeiten etwas Verwertbares für den menschlichen Stoffwechsel wird, muss der Verdauungstrakt das zugeführte Material in zahlreichen Schritten zersetzen und anschließend in den Kreislauf einspeisen. Eine ganz individuell zusammengesetzte Mikrobenflora im Darm übernimmt dabei einen wichtigen Teil dieses Prozesses. Nur wenn das System Mensch-Darmflora gut aufeinander abgestimmt ist, bleibt der ganze Organismus störungsfrei.

Die Darmwand – eine lebenswichtige Grenze

Gelangen fremde Erreger in den Verdauungstrakt oder kommt es durch andere Umstände zu Entzündungen oder gar Tumoren, ist ein schnelles Eingreifen notwendig, damit sich der lokale Störfall nicht auf den gesamten Körper ausbreitet. Wenn die Grenze zwischen sterilem Blutkreislauf und lebendigem Darminhalt nicht mehr dicht ist, entstehen schnell lebensgefährliche Infektionen. Im Ernstfall interpretieren im Krankenhaus Bethel Berlin Ärzt_innen der Allgemeinchirurgie gemeinsam mit internistischen Kolleg_innen zeitnah erstellte Untersuchungsergebnisse. So entsteht kurzfristig die für Sie beste Therapie – zugeschnitten auf Ihr persönlichen Voraussetzungen. Unsere chirurgischen Expert_innen sprechen daher auch vom tailored approach (“maßgeschneiderter Ansatz”), für den Sie ein breites Spektrum an Operationsmöglichkeiten bereit halten.

Ausgewählte Verletzungen und Krankheitsbilder des Darms

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Oft trifft es Kinder oder Jugendliche, aber auch Erwachsene sind nicht davor gefeit: die Blinddarmentzündung. Symptome einer Blinddarmentzündung sind heftige Schmerzen im Bauch, die oft um den Nabel herum beginnen und dann in den rechten Unterbauch wandern.

Fieber, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen können weitere Symptome neben den Schmerzen sein. Die Bauchdecke ist bei einer Blinddarmentzündung sehr empfindlich. Drückt man darauf, nimmt der Schmerz stark zu. 

Schuld an einer Blinddarmentzündung ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes, des sogenannten Appendix.

Der Wurmfortsatz ist etwa 10 cm lang, an einem Ende verschlossen und öffnet sich zum Blinddarm, einem Abschnitt des Dickdarms. Ist diese Verbindung z.B. durch Kotsteine versperrt, stauen sich Sekrete im Wurmfortsatz. Aus dem Dickdarm stammende Bakterien beginnen sich zu vermehren. Eine Entzündung im Blinddarm entsteht.

Eine Blinddarmentzündung muss immer operiert werden. Dabei wird der entzündete Wurmfortsatz in ca. 20 Minuten normalerweise komplikationslos entfernt.

Divertikulitis

An strukturell schwachen Stellen in der Darmwand, kann diese sich ausstülpen. Das passiert zum Beispiel an Gefäßlücken in der Darmwand, die eigentlich für durchtretende Gefäße im Darm gedacht sind. Solche Ausstülpungen bezeichnet man als Darmdivertikel. Meist machen die Divertikel im Darm keine Probleme und müssen nicht behandelt werden.

Entzündete Divertikel äußern sich durch heftige Schmerzen.

Man unterscheidet echte Divertikel, bei denen sich die ganze Darmwand nach außen stülpt und die meist angeboren sind, von Pseudodivertikeln.

Pseudo-Divertikeln kommen vor allem bei älteren Menschen vor und zeichnen sich dadurch aus, dass lediglich die Darmschleimhaut ausgestülpt ist.

Besitzt ein Patient viele solcher echten Divertikel im Darm, spricht der Arzt von Divertikulose. Meist machen diese aber keine Probleme und müssen nicht behandelt werden. 

Bei einer Entzündung dieser Divertikel kann dies zu schlimme Schmerzen und Komplikationen führen. Man bezeichnet diese entzündliche Erkrankung dann als Divertikulitis.

Bei immer wieder auftretenden Entzündungen ist eine operative Therapie mit Entfernung des betroffenen Darmabschnittes erforderlich um Komplikationen zu vermeiden.

Im Notfall (freier Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung, Darmverschluss) besteht immer die Notwendigkeit zur Operation. Manchmal muss in diesem Fall vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der jedoch nach einiger Zeit wieder zurückverlegt werden kann. Zudem besteht in einem solchen Fall immer eine akute Lebensgefahr, so dass bei immer wieder auftretenden Divertikelentzündungen rechtzeitig über eine Operation nachgedacht werden sollte.

Darmverschluss (Ileus)

Ein Darmverschluss ist eine häufig gesehene Notfallsituation in unserer Zentralen Notaufnahme. Es handelt sich hierbei um eine meist mechanisch bedingte Passagestörung, die den Dünn- oder auch den Dickdarm betreffen kann. Typische Symptome sind krampf-(Wehen-)artige Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen.

Häufige Ursachen sind narbige Verwachsungsstränge (Briden), die zu einer Abschnürung des Darms führen. Dieses ist besonders bei mehrfach voroperierten Patient_innen zu beobachten. Ursachen können aber auch anderer Natur (z.B. Tumorgeschehen) sein. Oft ist ein operativer Eingriff notwendig, der auch minimalinvasiv durchgeführt werden kann. Gelegentlich kann auch ein konservativer Therapieversuch unternommen werden.

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