Gemeinsam dem Darmkrebs begegnen

Darmkrebstherapie
am Krankenhaus Bethel Berlin

Warum haben sich unsere Expert_innen für Innere Medizin (Gastroenterologie) und Allgemeinchirurgie auf die Erkennung und effektive Behandlung von Darmkrebs spezialisiert?
Jährlich erkranken in Deutschland 65.000 Menschen an Darmkrebs. Die Methoden zur Diagnose und Therapie des kolorektalen Karzinoms (Enddarm-Krebs) sind mittlerweile weit fortgeschritten. Und kommt für die Hälfte aller Darmkrebs-Patient_innen die medizinische Hilfe zu spät. Denn nach wie vor ist die gefährliche Darmerkrankung für viele ein Tabuthema; aus Angst oder Nachlässigkeit werden Vorsorgetermine nicht wahrgenommen und die stille Gefahr kann sich unbemerkt weiterentwickeln. Dabei kann ein frühzeitig erkannter Tumor sehr gut behandelt werden.

Warum ist Darmkrebs so häufig?

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsform bei Männern und Frauen.
Nimmt man beide Geschlechter zusammen, kommt dieser Tumor sogar am häufigsten vor.
Drei Faktoren befördern im Wesentlichen die Tumorbildung:

Der persönliche Lebenswandel, insbesondere die Ernährung wie der Verzehr von viel rotem Fleisch sowie das Rauchen.

Eine Familienvorgeschichte mit jung an Darmkrebs erkrankten Angehörigen 1. Grades. Für die Einschätzung des persönlichen Risikos ist also eine Befragung von Großeltern, Eltern, Onkeln, Tanten usw., ob es Darmkrebs-Erkrankungen gab, sehr wichtig. Wenn das der Fall ist muss kurzfristig eine Vorsorgeuntersuchung erfolgen. Im Rahmen der Kampagne FARKOR (Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom) der Felix-Burda-Stiftung teilen Betroffene Ihre Erfahrungen.
Darmpolypen (gutartige Ausstülpungen in der Darmwand), die sich zu einem bösartigen Tumor weiterentwickeln, bevor sie erkannt und abgetragen wurden.

Wie kann ich persönlich vorbeugen?

Unser Darm ist so gesehen unser Gesundheitsbarometer. Er sammelt nicht nur den unverdauten Darminhalt, sondern entzieht ihm auch Wasser und Salze. Neben der Verdauung reguliert unser Darm den Wasserhaushalt, bildet Abwehrzellen für unser Immunsystem und produziert Hormone und Botenstoffe. Was im Nahrungsbrei noch nicht verwertet wurde, wird von der Darmflora verstoffwechselt. Geht es Ihrem Darm gut, geht es auch meist Ihnen gut.

Lässt sich Darmkrebs rechtzeitig erkennen und heilen?

Je nach Stadium der Erkrankung können durch Früherkennung und richtige Behandlung 90 % der Patientinnen und Patienten dauerhaft geheilt werden. Darmkrebs entsteht meist aus zunächst gutartigen Vorstufen, also Wucherungen der Darmschleimhaut oder Polypen. Insbesondere bei Menschen über 50 sind diese weit verbreitet. Im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) können solche Veränderungen der Darmschleimhaut erkannt und ggf. direkt behoben werden. Der sog. Stuhltest ist weit weniger aussagekräftig: Eine Darmkrebsvorstufe wird beim Stuhltest nur mit 25 % Sicherheit entdeckt, bei der Spiegelung mit deutlich über 90 %.

Frühkrebse findet man in der Regel nur dann, wenn entsprechende Vorsorge-Koloskopien (Darmspiegelungen) zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden. Das kann auch schon im Jugendalter notwendig sein. Es gibt kein zu jung für den Darmkrebs!

Meine Vorsorgeuntersuchung beim Haus- oder Facharzt

Das gesetzlich empfohlene Alter für die Vorsorgekoloskopie liegt bei 50 Jahren für Männer und 55 Jahren für Frauen. Allerdings sollte altersunabhängig einem Darmkrebsverdacht oder dem Verdacht auf eine ernsthafte Darmerkrankungen zeitnah nachgegangen werden.
Der Eingriff selbst ist harmlos, die Darmspiegelung kann heute mit einer Beruhigungsspritze, die sie für ca. 30 Minuten sanft schlafen lässt, völlig schmerzfrei durchgeführt werden. Die Risiken der Untersuchung sind außerordentlich niedrig.

Im Krankenhaus Bethel Berlin liegt uns besonders am Herzen, dass Sie sich jederzeit wohl fühlen. Deshalb schützen wir die Intimsphäre während der Untersuchung, indem wir z.B. spezielle „Koloskopie-Hosen“ verwenden.

Während der Darmspiegelung entdeckte Darmpolypen werden mit der elektrischen Schlinge sofort abgetragen und das Gewebe wird histologisch untersucht. Je nach Ergebnis der Gewebeuntersuchung ist dann ein Nachsorgeprogramm erforderlich, das heißt: erneute Kontroll-Untersuchungen in bestimmten zeitlichen Abständen.

Heilen ist Teamarbeit - die Tumorkonferenz

In unserem Darmzentrum arbeiten Chirurgen, Internisten, Strahlentherapeuten und Onkologen eng zusammen. Gemeinsam erarbeiten sie in einer wöchentlichen Tumorkonferenz für jeden Patienten einen individuellen Behandlungsplan in Anlehnung an die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Das Team der Tumorkonferenz

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Dr. med. Aviva Raatz

Chefärztin Innere Medizin I

Tel.: 030 / 77 91 - 22 17

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Dr. med. Katharina Paul-Promchan

Chefärztin Allgemeinchirurgie

Tel.: 030 / 77 91 - 22 40

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Michaela Werner

Chefärztin Radiologie

Tel.: 030 / 77 91 - 93 33

Priv.-Doz. Dr. med. Philipp Kiewe und Dr. med. Owe Knigge

Fachärzte für Hämatologie und Internistische Onkologie, Palliativmedizin

Medizinisches Versorgungszentrum Onkologischer Schwerpunkt am Oskar-Helene-Heim
Tel.: +49 30 644 99 52 30

Prof. Dr. C. Loddenkemper

Facharzt für Pathologie

Pathotres Gemeinschaftspraxis für Pathologie und Neuropathologie
Tel.: +49 30 644 988 210

Prof. Dr. Maike de Wit

Fachärztin für Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und internistische Onkologie

Klinik für Innere Medizin – Onkologie, Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum
Tel.: +49 30 130 14 2251

Dr. med. Angela Besserer

Oberärztin Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie

Charité Universitätsmedizin Berlin
Tel.: +49 30 450 527 112

Wie können Sie mir helfen? Die passende Behandlungsmethode

Sobald die Diagnose „Darmkrebs“ gesichert ist, finden unsere Ärzt_innen heraus, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und ob Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen vorhanden sind. Durch Ultraschall-Untersuchungen und eine Computertomographie (CT) können sich die Mediziner_innen ein umfassendes Bild verschaffen. Bei Mastdarmkrebs im mittleren oder unteren Segment dieses Darmabschnitts ist zudem eine Kernspin-Untersuchung des kleinen Beckens erforderlich und die Ultraschall-Untersuchungen erfolgen von innen, vom Mastdarm selber, aus.
Die Diagnostik, auf welcher Stufe (stage) sich die Krebserkrankung befindet, bezeichnen die Mediziner_innen mit dem Fachwort „Staging“.
Im Anschluss stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Vorstufen des Darmkrebses sind Polypen (gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut), die während der Dickdarmspiegelung entfernt werden können. Wir haben eine besondere Expertise, mit verschiedenen endoskopischen Techniken diese Veränderungen komplett und dauerhaft zu entfernen. Wir beraten Sie gerne, welches Verfahren sich für Sie besonders eignet. Die zum Teil komplexen Prozeduren führen wir im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durch. Die Patienten sind dafür in der Regel 1-2 Tage in unserer Klinik.

Bei Darmkrebs ist die Operation das wichtigste Behandlungsverfahren. Dabei entfernen die Viszeral-/ Darmchirurgen den Tumor vollständig und erhalten – soweit möglich – den Darm selbst. Unsere Chirurgen können heute mit schonenden Methoden und nach Möglichkeit minimalinvasiv operieren. Für Patienten bedeutet das trotz ihrer schweren Erkrankung einen hohen Komfort. Auch ein fortgeschrittenes Krebsleiden kann durch einen chirurgischen Eingriff noch geheilt werden.

Bei fortgeschrittenen Stadien von Mastdarm-Krebs erfolgt in der Regel noch vor der Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie, um den Tumor zu verkleinern und somit die Heilungschancen zu erhöhen.

Bei Dickdarmkrebs hingegen ist meist die Operation der erste Schritt der Behandlung. Stets klären wir unsere Patienten sorgfältig über die geplanten Therapie-Maßnahmen, über Risiken und Alternativen auf. Zudem erfolgt eine gesonderte Aufklärung über die Narkose, da Darmkrebs-Operationen stets unter Vollnarkose stattfinden.
Am Vortag der Operation wird der Dickdarm sorgfältig gespült, so dass sich keine Stuhlreste mehr im Darm befinden.
Zudem erhalten die Patienten Antibiotika in Tablettenform, um die Keime im Darm zu verringern. Durch diese Maßnahmen setzen wir das Risiko von Entzündungen nach der Operation herab, die vor allem das Zusammenwachsen der Naht im Darm beeinträchtigen könnten.
Minimal-invasive Operation des Darmkrebs
Solange die Darmkrebserkrankung nicht so weit fortgeschritten ist, dass die Geschwulste in die Umgebung des Darms eingewachsen sind, kann die Darmkrebs-Operation minimal-invasiv, also ohne große Hautschnitte erfolgen. Das Laparoskop, ein stabförmiges Instrument, das vorne Licht und einen Kamerachip trägt, wird – ebenso wie die Operationswerkzeuge – über kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt.
Um eine freie Sicht zu erlangen, lassen die Chirurgen bei einer laparoskopischen OP Kohlendioxid in die Bauchhöhle einströmen und operieren dann unter hochauflösender Videokontrolle. Diese schonende Operationsmethode ist vor allem bei Tumorerkrankungen möglich, die im linken Bereich des Dickdarms aufgetreten sind.
Der künstliche Darmausgang (Stoma oder Anus praeter)
Bei Dickdarmkrebs-Operationen ist es in der Regel nicht erforderlich, einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang anzulegen.
Dagegen erfolgt diese Maßnahme bei tiefen Mastdarm-Operationen in allen Fällen, um die tiefe Darmnaht zu schützen, indem wir um sechs bis acht Wochen verzögern, dass Stuhl über die Naht läuft. Nach dieser Zeit stellen wir bei einem zweiten kleinen Eingriff den natürlichen Verlauf der Verdauung wieder her.
In einem geringen Teil der Fälle – etwa 10 Prozent der tiefen Mastdarm-Operationen – ist ein dauerhafter künstlicher Darmausgang (Stoma) erforderlich.
Nach der Operation bleiben die Patient_innen noch ca. eine Woche in der Klinik. Für eine rasche und nachhaltige Genesung legen wir im Rahmen unseres ERAS-Behandlungsprogramms [Link zu Abteilungen/allgemeinchirurgie/MIC] Wert auf eine rasche Mobilisierung, die mit einem sorgfältig überlegten Kostaufbau einhergeht, damit Sie sich bald wieder normal ernähren können. Bei der Suche nach einer gAuch die beste Vorbereitung und Information kann vor der Operation nicht immer alle Ängste ausräumen. Selbstverständlich ist in Momenten zu großer Sorge neben unseren einfühlsamen Pflege-Mitarbeiter_innen auch unser Klinik-Seelsorger für Sie da. Er vermittelt gerne den Kontakt zu Geistlichen anderer Religionen.

Krebszellen teilen sich im Körper viel häufiger und vermehren sich stärker als gesunde Zellen. Die Chemotherapie bei einer Krebsbehandlung bekämpft bösartige Tumorzellen mit Medikamenten, den sogenannten Zytostatika. Neben dem Gewinn an mehr Lebenszeit kann eine Chemotherapie auch das Auftreten von Problemen durch den Tumor oder seine Absiedlungen (Metastasen) selbst verzögern und manchmal auch verhindern.
In den überwiegenden Fällen kann die Chemotherapie ambulant erfolgen. Hierzu empfehlen wir das MVZ Onkologischer Schwerpunkt am Oskar-Helene-Heim. Die fachärztlichen Kollegen sind schon durch die Teilnahme an der Tumorkonferenz mit der konkreten Situation unserer Patient_innen vertraut und können reibungslos mit der Therapie beginnen.

Die onkologischen Abteilungen der Charité (CCBF Steglitz) und von Vivantes (AVK Neukölln) lernen unsere Patient_innen ebenfalls schon in der Tumorkonferenz kennen und stehen für eine Weiterbehandlung mit höchster therapeutischer Kompetenz zur Verfügung.

Geprüfte Qualität: Darauf können Sie sich verlassen

Um die Behandlungsqualität kontinuierlich weiter zu optimieren, haben sich Innere Medizin I und Allgemeinchirurgie zusätzlich zur gesetzlich verpflichtenden externen Qualitätssicherung für eine Mitgliedschaft im Westdeutschen Darm-Centrum (WDC) entschieden. Das WDC hat ein Kompetenznetzwerk zur Optimierung der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten mit Darmkrebs aufgebaut. Darin verpflichtet sich das Krankenhaus Bethel Berlin seit 2017 auf freiwilliger Basis der kontinuierlichen Sicherstellung und Aufrechterhaltung hoher klinischer Versorgungsqualität bei der Behandlung von Darmkrebspatienten. Das WDC überprüft im Auftrag der Kooperationspartner den klinikspezifischen Erreichungsgrad von Qualitätsindikatoren sowie die Einhaltung von Leitlinien, unter anderem durch die Bereitstellung von Vergleichskennzahlen als Orientierung. Die Prüfer des WDC attestieren den chirurgischen und internistischen Team zudem ein „hohes Maß an Empathie und Patientenorientierung“, sodass sich Patient_innen „hervorragend aufgehoben und behandelt fühlen dürfen.“

In Mission gegen den Darmkrebs - Chefärztin Dr. Raatz

Chefärztin Dr. med. Aviva Raatz ist Regionalbeauftragte für den Raum Berlin der »Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs«. Die gemeinnützige Stiftung wurde 1998 gegründet und ist damit die Stiftung, die sich am längsten in Deutschland für die Aufklärung der Bevölkerung über die Darmkrebsvorsorge einsetzt. Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge finden Sie unter www.lebensblicke.de.

Terminvereinbarung

Ihr Vorsorgetermin in unserer Gastroenterologie
Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit zahlreichen Hausärzt_innen zusammen. Die Kolleg_innen haben den direkten Draht zu unseren vier erfahrenen Endoskopiker_innen. Dieser Austausch ermöglicht eine bestmögliche Behandlung. Wo dem vertrauten Hausarzt die diagnostischen Mittel fehlen oder wenn sich der niedergelassene Endoskopiker einen weiteren geschulte Blick in den Verdauungstrakt wünscht, unterstützen wir gern.
Für gesetzlich Krankenversicherte ist es möglich – gemäß dem Vertrag „Ambulantes Operieren und stationsersetzende Eingriffe im Krankenhaus“ nach §115b Abs. 1 SGB V – ausgewählte Prozeduren und Endoskopien auch ambulant vornehmen zu lassen. Für Selbstzahler und PrivatpatientInnen können wir sämtliche endoskopischen Prozeduren (auch Vorsorgeuntersuchungen) ambulant anbieten.

Ihr Haus- oder Facharzt empfiehlt Ihnen eine Darmspiegelung. Melden Sie sich einfach an.

Chirurgische Sprechstunde zur Darmkrebs-Operation
Bei Ihnen wurde ein Darmkrebs diagnostiziert und ihr Haus- oder Facharzt empfiehlt Ihnen eine Operation?
Chefärztin Dr. med. Katharina Paul-Promchan und ihre Oberärzte beraten Sie gern.

Natürlich können Sie auch telefonisch Termine vereinbaren und allgemeine Fragen klären:

Zertifizierungen

Mit Seele und Sachverstand

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