Pflege München
Qualitätsberichte
Qualitätsberichte zur Pflege in München
In diesem Abschnitt finden Sie die Qualitätsberichte des Seniorenzentrum München.
Therapiehund Frida
Therapiehunde können für ältere Menschen einen erheblichen positiven Nutzen haben und stellen in vielen Einrichtungen eine wertvolle Ergänzung zur pflegerischen, sozialen und therapeutischen Betreuung dar. Gerade im höheren Lebensalter nehmen Einsamkeit, Rückzug, Unsicherheiten sowie körperliche und geistige Einschränkungen häufig zu. Der Kontakt zu einem Hund kann hier auf besondere Weise ansetzen, da Tiere Nähe vermitteln, ohne Anforderungen zu stellen. Sie begegnen Menschen wertfrei, reagieren unmittelbar auf Zuwendung und schaffen oft eine warme, entspannte Atmosphäre. Viele ältere Menschen erleben durch den Kontakt mit einem Therapiehund Freude, Interesse und emotionale Aktivierung. Häufig entstehen Gespräche über frühere eigene Haustiere, über Familie oder über Erinnerungen aus vergangenen Lebensphasen. Dadurch werden Kommunikation, soziale Kontakte und Teilhabe gefördert. Gleichzeitig kann der Umgang mit dem Hund beruhigend wirken, Stress reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Teilweise wird auch beobachtet, dass Menschen motivierter sind, sich zu bewegen, aufzustehen, den Hund zu begleiten oder aktiv an Angeboten teilzunehmen.
Frida ist eine 5 jährige Border-Collie Mischlingshündin. Sie ist sehr freundlich und ruhig im Umgang mit Menschen und viele an unterschiedliche Situationen trainiert. Durch ihr ausgeglichenes Wesen eignet sie sich gut für Begegnung mit älteren Menschen. Der Einsatz von Frida kann sowohl im Gemeinschaftsraum als auch wenn gewünscht in kleinen Gruppen oder bei einzelnen Bewohner/innen stattfinden.
Inhalte des Besuches sind:
- Kontaktaufnahmen durch Beobachten und Streicheln des Hundes
- kurze Gesprächsanlässe rund um Tiere und frühere Haustiere
- kleine Aktivierungen wie gemeinsames Pflegen oder einfache Spiele
- kurze Spaziergänge mit Bewohner/innen.
- kleine Tricks oder einfache Übungen




Die Begegnungen werden ruhig und an die Bedürfnisse der Bewohner/innen angepasst gestaltet. Die Dauer der einzelnen Aktivitäten richten sich nach der Aufmerksamkeit und Belastbarkeit der Teilnehmer.
Besonders bedeutsam ist der Einsatz von Therapiehunden bei Menschen mit demenziellen Veränderungen. Bei einer Demenz gehen sprachliche Fähigkeiten, Orientierung und kognitive Leistungen oft zunehmend verloren. Gleichzeitig bleiben emotionale Wahrnehmung, Bedürfnisse nach Nähe und nonverbale Kommunikation meist lange erhalten. Genau hier können Therapiehunde ansetzen. Viele Menschen mit Demenz reagieren positiv auf Tiere, selbst wenn verbale Kommunikation kaum noch möglich ist. Das Streicheln des Hundes, Blickkontakt oder die einfache Anwesenheit des Tieres können Sicherheit, Ruhe und Vertrauen vermitteln. In der Praxis zeigt sich häufig, dass unruhige oder angespannte Bewohner entspannter werden, zurückgezogene Personen wieder Kontakt aufnehmen oder sprachlich eingeschränkte Menschen plötzlich einzelne Worte äußern. Auch Lächeln, Lachen und sichtbare Freude werden regelmäßig beobachtet. Therapiehunde können somit helfen, emotionale Zugänge zu schaffen, die über klassische Gesprächsangebote oft nicht mehr erreichbar sind.
Darüber hinaus kann der Kontakt mit Hunden biografische Erinnerungen aktivieren. Viele ältere Menschen hatten früher selbst Tiere oder lebten in einem Umfeld, in dem Hunde selbstverständlich waren. Diese Erinnerungen können durch Begegnungen mit einem Therapiehund wieder wachgerufen werden und Orientierung, Identität sowie Gesprächsanlässe fördern. Besonders bei Menschen mit Demenz ist Biografiearbeit ein wichtiger Bestandteil guter Betreuung, da vertraute Erinnerungen häufig länger erhalten bleiben als aktuelle Informationen.
Auch wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich seit Jahren mit diesem Thema. Eine systematische Übersichtsarbeit von Yakimicki und Kollegen aus dem Jahr 2019 beschreibt bei Menschen mit Demenz positive Effekte tiergestützter Interventionen insbesondere auf soziale Interaktion, körperliche Aktivität, Stimmung und teilweise auf herausforderndes Verhalten. Eine weitere Übersichtsarbeit von Hu und Mitarbeitenden aus dem Jahr 2021, die zahlreiche Studien mit älteren Menschen auswertete, kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass tiergestützte Angebote positive Auswirkungen auf psychosoziales Wohlbefinden, Verhalten und Lebensqualität haben können. Gleichzeitig weisen Forschende darauf hin, dass die Studienlage noch nicht in allen Bereichen eindeutig ist, da Untersuchungen oft mit kleinen Teilnehmerzahlen durchgeführt wurden und sich Konzepte stark unterscheiden. Dennoch wird der praktische Nutzen in vielen Einrichtungen als hoch eingeschätzt.
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