Eduard Scheves Beitrag zur Gleichstellung von Frauen.

Eduard Scheve

Es gehörte zu den Grundüberzeugungen Eduard Scheves, dass Frauen ebenso wie Männer die ihnen von Gott verliehenen Gaben nutzen sollten. Zeitlebens setzte er sich deshalb beharrlich für ihre gleichberechtigte Mitarbeit ein. Und zwar nicht nur in der Krankenpflege, sondern auch in der inneren und äußeren Mission, bei der Leitung von Gebetsversammlungen ebenso wie bei Verwaltungsaufgaben. Frauen waren Mitte des 19. Jahrhunderts der Vormundschaft ihres Ehegatten unterstellt und hatten oft keinen Zugang zu Bildung und Beruf. Eduard Scheve durchbrach die Konvention, indem er für die offizielle Anerkennung des Diakonissenamtes eintrat. Er wollte sicher gehen, dass Frauen eine gründliche Ausbildung erhielten, ordiniert wurden, Anspruch auf Versorgung und ein Zusammenleben in der Gemeinschaft des Mutterhauses hatten. Damit eröffnete er ihnen die Möglichkeit, sich beruflich zu verwirklichen und eine von der Familie unabhängige Existenz zu führen.
In Berlin mit den sozialen Problemen einer Großstadt inmitten der Industriellen Revolution konfrontiert, gründete Scheve mit seiner Frau Berta 1887 die Diakonissenanstalt Bethel. Hier setzte er seine Vorstellungen in die Tat um. Mit seinem Engagement hat Eduard Scheve die historische Entwicklung vorweggenommen und Frauen den Weg in moderne Frauenberufe geebnet.