Vom Marthaverein zum Diakoniewerk: Berta Scheves Bedeutung für die institutionalisierte Frauenarbeit.

Berta Scheve

Als Berta und Eduard Scheve 1884 nach Berlin umzogen, trafen sie vor allem in den Arbeitervierteln auf Armut und Krankheit. Um der Not etwas entgegenzusetzen, beschlossen sie, die Frauen der Gemeinde zu mobilisieren und einen Marthaverein zu gründen. Unter Bertas Anleitung widmeten sich die Mitglieder der Armen- und Krankenpflege und brachten Trostbedürftigen das Wort Gottes. Als Scheves Plan, unter dem Dach des Marthavereins Diakonissen auszubilden, auf Widerspruch bei den Gemeindevertretern stieß, gab Berta den entscheidenden Rat: Die Gemeinde und der Marthaverein sollten von jeglicher Verantwortung und allen Kosten entbunden werden. Und so gründete das Ehepaar im Sommer 1887 die Diakonissenanstalt Bethel. Als kluge, zielbewusste Mitstreiterin ihres Mannes prägte Berta deren Entwicklung entscheidend mit. Ganz selbstverständlich übernahm sie die praktische Unterweisung und seelsorgerliche Betreuung der ersten Diakonissen. Auf dem Lehrplan standen neben Krankenpflege auch Rechtschreibung und Haushaltslehre. Mit gelegentlichen Artikeln, in denen sie die pflegerische Arbeit als Frauenaufgabe verteidigte, unterstützte sie außerdem Öffentlichkeitsarbeit ihres Mannes.