Unser Seelsorgeleitbild

Seelsorgeleitbild für das Diakoniewerk Bethel und seine Unternehmensbeteiligungen

1 Seelsorge hat Tradition.
1.1. Die Aufgabe der christlichen Gemeinde, sich im Namen Jesu Christi den Notleidenden und Kranken zuzuwenden, hat zur Gründung der Bethel-Schwesterschaft im Jahre 1887 geführt und ist in der Geschichte des Werkes bestimmend geblieben. Im Gesellschaftsvertrag des Werkes heißt es, dass das Diakoniewerk Bethel in seiner Arbeit die Liebe Gottes zur Welt in Jesus Christius bezeugt und sich besonders der Menschen in leiblicher Not, in seelischer Bedrängnis und in sozial benachteiligten Verhältnissen annimmt.

1.2. Bethel heißt „Haus Gottes“. In der Bibel wird mit „Bethel“ ein Ort benannt, an dem einem Menschen Gottes Nähe in besonderer Weise bewusst wurde. Das Diakoniewerk Bethel will ein Raum sein, an dem die Liebe Gottes als Hilfe zum Leben durch Menschen erfahren wird.

1.3. Das Handeln Jesu Christi ist Vorbild und Maßstab, wie dem Menschen helfend zu begegnen ist. Darum ist unser Handeln Dienst an Leib, Seele und Geist.

1.4. Damit erfüllt das Diakoniewerk Bethel seine Aufgaben gemäß der Zielsetzung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden („Rechenschaft vom Glauben“).

2 Seelsorge gehört untrennbar zum christlichen Leben.
2.1. Wenn Menschen an Christus glauben und mit ihm leben, entsteht und bewährt sich Anteilnehmen am Leben des anderen Menschen.

2.2. „Seele“ bedeutet nach biblischem Verständnis „Leben“. Darum verstehen wir die Seelsorge als wichtige Hilfe, die der Mensch erhält. Diese Ausrichtung der Arbeit wird von unseren Mitarbeitern mitgetragen und gefördert.

2.3. Wir arbeiten in einem Klima gegenseitiger Wertschätzung.

2.4. Mit Schuld und Fehlern gehen wir offen um. Wir wissen um Gottes Vergebung, die persönliche Verantwortung nicht ausschließt.

3 Seelsorge arbeitet professionell.
3.1. Der Dienst der Seelsorge wird professionell gestaltet. Dabei bedeutet Seelsorge professionelles Handeln aller daran Mitarbeitenden.

3.2. Wir beauftragen und befähigen unsere Mitarbeiter zu einem seelsorgerlichen Umgang mit Patienten und Bewohnern.

3.3. Seelsorgerliche Hilfe kann auch von unseren Mitarbeitern in Anspruch genommen werden.

4 Seelsorge geschieht in Zusammenarbeit.
4.1. Menschen, die besondere Zuwendung oder Begleitung brauchen, sind im Blick. Die Mitarbeiter aller Berufsgruppen arbeiten dabei eng zusammen.

4.2. Wir stellen uns berufsübergreifend ethischen Fragestellungen in Veranstaltungen und Fortbildungen.

4.3. Wir arbeiten mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen. Wir schätzen ihre Mitarbeit, begleiten sie und sorgen für Bildungsangebote.

4.4. Wir sind ökumenisch ausgerichtet und pflegen die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

4.5. Wir akzeptieren Patienten, Bewohner und Mitarbeiter in ihrer religiösen Freiheit. Auf Wunsch benachrichtigen wir Geistliche anderer Konfessionen, Glaubensgemeinschaften und Religionen.

5 Seelsorge ist immer konkret.
5.1. Wir treffen auf Menschen in vielfältigen Krisensituationen. Menschen haben Verluste und Einschränkungen zu verarbeiten, erleben sich als orientierungslos, fühlen sich isoliert und haben Angst. Manche müssen sich mit ihrer plötzlichen Hilfsbedürftigkeit oder der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen.

5.2. Wir begleiten Patienten und Bewohner in der Auseinandersetzung mit ihrer Situation, in den Bezügen zu sich, zu ihren Mitmenschen, zu ihrer Umwelt und zu Gott.

5.3. Wenn uns die Not eines Menschen oder die spezielle Lebenssituation überfordert, lassen wir uns helfen.

5.4. Wir geben die gute Nachricht von der Liebe Gottes und seiner Nähe weiter. Das geschieht unter anderem mit Gebeten, Liedern, Meditationen und Segensformen.

5.5. Neben der persönlichen Begleitung gestalten wir Andachten und Gottesdienste.

5.6. Wir gestalten den Abschied von Verstorbenen in würdiger Weise.

5.7. Angehörigen von Patienten und Bewohnern bieten wir Hilfe an.

5.8. Seelsorge findet in geeigneter Form ihren Niederschlag in unseren
Dokumentationssystemen. Das Beichtgeheimnis ist gewahrt.

5.9. Wir überprüfen regelmäßig die Qualität unseres seelsorgerlichen Handelns und arbeiten an Verbesserungen.

Unsere Arbeit verstehen wir als einen Auftrag von Gott. Unser Leitspruch ist:

Glaube und Liebe – Hoffnung für Menschen

Berlin, den 27.03.2012

Vorstand