Berta Scheves Herkunft als Grundlage für ihr ganzheitliches Pflegekonzept.

Berta Scheve

Berta Scheves pflegerisches Verständnis wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. Sie kam am 2. Juni 1844 als Tochter des Universitätsprofessors Dr. Johann Friedrich Hermann Albers in Bonn zur Welt. Im väterlichen Haushalt erhielt sie Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Heilkunde und übte sich schon früh darin, immer die angemessene pflegerische Betreuung für Patienten „herauszufühlen“. Prof. Albers vertrat ein breites medizinisches Themensprektrum, prägend für Tochter Berta aber wurde die Gründung eines eigenen Sanatoriums für Gemüts- und Nervenkranke im Jahre 1850. Unter Anleitung des Vaters half sie bei der Pflege der Kranken und entdeckte die Bedeutung des Zusammenwirkens von Körper und Seele. Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 wurde sie mit der Leitung eines Lazaretts betraut. Sie assistierte bei Operationen, übernahm pflegerische Aufgaben und kümmerte sich um das seelische Wohl der verwundeten Soldaten. Täglich führte sie Andachten in den Krankenzimmern durch und sorgte für eine sinnvolle Beschäftigung der Genesenden, indem sie ihnen Strick- und Sprachunterricht erteilte. Sie dankten es ihr mit großer Anhänglichkeit und dem Kosenamen „Mütterchen“.